Was ist Bo-Jutsu ?

Das überlieferte Bo-Jutsu ("Stock-Kunst") lehrte den Einsatz des Bo - also eines einfachen Stockes - in der Selbstverteidigung, im Wettkampf-Sport und als koordinationsfördernde Kampfkunst.

In den letzten Jahren jedoch wurde das Bo-Jutsu aufgrund der guten Kompatibilität der Stock-Techniken auf nahezu sämtliche Kobudo-Waffen ausgeweitet. Damit zählen zu den heutigen Bo-Jutsu-Waffen auch Tonfa, Knebelkette, Tessen und Yawara-Stock - also die aus normalen Ackergeräten von den Ostasiaten zu effektiven Verteidigungswaffen umfunktionierten "Bauernwaffen" - genauso wie Kampffächer, Macheten und Messer.

Da sich diese Waffen sehr gut auch in andere Budo-Disziplinen einbringen lassen, erfährt das Bo-Jutsu in Kampfsportkreisen allmählich wieder einen etwas größeren Bekanntheitsgrad.  

Trainingsinhalte

Das Bo-Jutsu-Training schult zunächst anhand verschiedener Geschicklichkeitsübungen und spezieller Bewegungsabläufe (Kata) sowohl die eigene Koordinationsfähigkeit als auch das harmonische Zusammenspiel zwischen Körper und Waffe. Im spielerischen Zweikampf (i.d.R. mit gepolsterten Trainingswaffen) werden zudem Beobachtungsgabe und Reaktionsschnelligkeit trainiert. Für Anfänger und Zweikampf wird dafür zunächst der - etwas trägere - 1,80 m-Langstock verwendet.

Eigentlicher Zweck des Bo-Jutsu ist jedoch die Selbstverteidigung, die sich in unserem Training zwecks Realitätsnähe schwerpunktmäßig auf - die hierzulande gängigsten Waffen - Kurzstock (60 cm), Tonfa und Messer beschränkt. Für die Bo-Jutsu-Selbstverteidigung wird nur ein einziger Stock benötigt, um eine Hand frei zu haben für weitere Aktionen, wie z.B. zum Fassen des Angreifers oder für zusätzliche Jiu-Jitsu-Gelenkhebel.

Die Selbstverteidigung befaßt sich zunächst mit der waffenlosen Abwehr bewaffneter Angriffe. Diese unterscheidet sich nicht von den gängigeren Budo-Disziplinen wie Jiu-Jitsu oder Karate. Wesentlich umfassender als dort ist im Bo-Jutsu jedoch das Arsenal der anschließenden Eigensicherungsmöglichkeiten unter Verwendung der sichergestellten Waffe des nun entwaffneten Angreifers z.B. für effektive Festlegetechniken, oder aber deren Einsatz zur Abwehr weiterer Angreifer.

 Weiterer Pluspunkt dieses SV-Systems und ist seine nahezu unbeschränkte Übertragbarkeit auf beliebige Alltagsgegenstände, wie Regenschirm, Kugelschreiber, Spazierstock, Handtasche oder ähnliches. Nicht zuletzt aus diesem Grund kommt Bo-Jutsu der SV unter realistischen Bedingungen entgegen, und wird daher auch gerne in der Frauen-SV angewandt. So wird z.B. der kürzeste Bo, nur etwa 15 cm lang, gerne und sehr effektiv gegen alltägliche Belästigungen eingesetzt und ist mittlerweile auch im Handel als Schlüsselanhänger erhältlich.

Die Bo-Jutsu-Selbstverteidigung umfaßt nicht nur die SV-Praxis, sondern vermittelt auch theoretisches Hintergrundwissen, etwa über Wirkungsweise und Gefahren dieser Waffen. Dies soll auch dem Kampfsport-Profi eine bessere Einschätzung bewaffneter Angriffe ermöglichen, als das hierzulande gängige reine Techniktraining vermitteln kann.  

Teilnahmevoraussetzungen

Da ein derart umfassendes Ausbildungsprogramm - zum Schutze aller - ein gewisses Maß an Disziplin voraussetzen muß, beträgt das erforderliche Mindestalter für Bo-Jutsu 18 Jahre.

Teilnehmer/innen dürfen zudem nicht vorbestraft sein.

Für ein kostenloses und unverbindliches Probetraining sind ausreichend Gerätschaften vorhanden.  

Wir trainieren samstags in Bonn-Kessenich